War blöd und schmeckt grauenhaft, trotzdem probiert


Als Food-Blogger schreibt jeder am liebsten darüber, wie toll alles schmeckt. Wer leidenschaftlich kocht und sich kreativ mit Essen beschäftigt, kennt die Situation, wenn ein Gericht nicht so schmeckt, wie es im Kopf geplant ist. Man ist der festen Überzeugung das ultimative Geschmackserlebnis gefunden zu haben, weil es die beste Idee ist, die man je hatte.
Das liegt gerade auf dem Küchentisch und ich muss wieder einmal am eigenen Leib erfahren, dass kreative Ideen gerne mal nach hinten losgehen.

Ein paar Sätze vorweg.

Egal ob Fisch, Geflügel, Fleisch, Gemüse oder Obst, ich lege alles auf den Grill. Während des ersten Lockdowns – also vor knapp 12 Monaten – habe ich mir einen „kleinen“ Traum erfüllt und einen Keramikgrill gekauft. Erstens, weil ich einen ordentlichen Grill brauchte um die Zeit sinnvoll zu nutzen und zweitens, weil man damit nicht nur grillen, sondern zusätzlich backen und smoken/räuchern kann. Alles drei mache ich oft und gerne.

Während des Lockdowns habe ich dann täglich gegrillt und geräuchert und verschiedene Hölzer zum Räuchern getestet. Das Resultat waren unzählige geräucherte Chilis in diversen Schärfegeraden, die ich anschließend mit Knoblauch, Pfeffer oder Kräutern in Oliven-, Sonnenblumen- oder Rapsöl eingelegt habe.

Da ich keine Gläser zum Chili-Abfüllen mehr habe und Chilis für die nächsten 20 Jahre auf Vorrat geräuchert und eingelegt sind, kam ich auf eine unglaubliche Idee. (Vorsicht Sarkasmus)

Ich räuchere beim Backen

Was im ersten Moment vielleicht gar nicht so daneben klingt, war eine vollkommen bescheuerte Idee. Ich habe einen klassischen Briocheteig zubereitet, wer ein Rezept braucht, findet eins bei mir auf dem Blog. Den Keramikgrill auf Temperatur gebracht und das Räucherholz in Wasser eingeweicht.
Den Briocheteig habe ich in kleine Metallformen gefüllt und für 25 Minuten bei knapp 190°C geräuchert.
Ich war so gespannt auf das Ergebnis und dann das: Es schmeckt grauenhaft, meine ganze Küche reicht nach diesem fiesen, geräucherten Brioche. Ich war so überzeugt, dass es klappt und wurde hart auf den Boden der Tatsachen geholt.
Das Resultat ist schwer zu beschreiben. Es schmeckt nach Brioche, bei dem anstelle von Milch Wurstwasser von stark geräucherten Wiener Würstchen verwendet und zusätzlich ein Teil des Mehls durch fein pürierte Wienerle ersetzt wurde. 

Brioche backen ist eine tolle Sache, Brot backen generell macht sehr viel Spaß und Räuchern und Grillen sowieso. Wer mit dem Gedanken spielt sein Brot zu räuchern, dem rate ich davon ab.

Ich hoffe, dass ich diesen Geruch und diesen Geschmack wieder aus meiner Küche und meiner Nase bekomme.

Wer schon einmal eine ähnliche Erfahrung gesammelt hat, gerne damit in die Kommentare.