Bordeaux-Wein: Geschichte, Boden, Klima und Reben

Bordeaux und Wein ist eine sehr lange Geschichte, darum nur ein paar Eckdaten.
Die ersten Weinberge wurden vor über zweitausend Jahren angelegt und dementsprechend haben sie die Landschaft geprägt und den wirtschaftlichen Aufschwung beflügelt.

Einer der Höhepunkte, der heute noch einen großen Einfluss auf die Region und die Weine hat, ist die Klassifizierung von 1855. Auf diese sagenumwobene Klassifizierung gehe ich in einem extra Beitrag ein, das dauert zu lange. Denn eines der besten Chateaus aus der Region hat keine Premiers Cru Klassifizierung bekommen.

Wie so oft nach guten Jahren kommen weniger gute Jahre: Reblaus, Mehltau, zwei Weltkriege Weltwirtschaftskrise und eine extreme Kältewelle. Ein Waldbrand hat gefehlt, dann hätten wir fast alle Naturkatastrophen durch, aufgrund des Klimawandels will ich nichts heraufbeschwören. Kurzum die Region wurde schwer mitgenommen.
Weinbauern, Winzer und Kellermeister waren nicht untätig. Dank Modernisierungen in den Weinbergen und Kellern folgte ein Hoch und Bordeaux ist nach wie vor eine der besten und beliebtesten Weinregionen der Welt.
So wie die „Cité du vin“ das neue Stadtbild von Bordeaux prägt, ist für jeden Besucher direkt erkennbar, wie sehr die Region für Wein und die lange Geschichte steht.  

Was macht Bordeaux einzigartig

Boden und Klima hat niemand hier angebaut, die beiden Faktoren haben einen großen Einfluss auf den Wein und die außergewöhnliche Qualität. Das Bordelais liegt auf einem Kalksockel mit kieselsäurereichen sowie kies- und sandhaltigen Anschwemmungen und profitiert damit vom geologisch vierfältigen Boden, der sich besonders gut für den Weinanbau eignet.

Durch den Atlantik profitiert die Region von einem gemäßigten ozeanischen Klima, dabei reguliert er die Temperatur. Die Kiefern- und Pinienwälder sorgen nicht nur dafür den Grundspiegel zu regulieren, sie schützen die Weinberge vor den Atlantikwinden.
Das Klima in Bordeaux zeichnet sich durch wenig Frost, einen verregneten und feuchten Frühling, den (extrem) heißen Sommer und einen sonnigen Herbst aus. Das sorgt für die optimale Reife der Trauben.

Neben trockenen Rot- und Weißweinen entstehen Süßweine, Rosés, Schaumweine und eine regionale Einzigartigkeit, die Clairets.

Rebsorten im Bordelais

Angebaut werden darf jede Rebe, es darf nur nicht aus jeder ein Bordeauxwein hergestellt werden.
Die wichtigsten Rebsorten bei Rotweinen im Bordeaux sind Merlot, Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc.  
Merlot und Cabernet Franc reifen früh, stehen für geschmeidige und elegante Weine, während Cabernet Sauvignon spät reift, sehr farbintensiv und tanninreich ist. Daneben gibt es noch Malbec, Petit Verdot und Carmenère sowie die neu zugelassenen Touriga Nacional, Arinarnoa, Marselan und Castets.
Die neuen Rebsorten spielen noch keine große Rolle. Diese sollen den Winzern und Kellermeistern die Möglichkeit geben, bei der Assemblage mehr Ausgewogenheit und Finesse in die Weine zu bringen.
Das klingt nach Baukasten, Wein ist und bleibt in der Region ein handwerkliches Produkt.

Bei Weißweinen ist der Sémillon wichtig für Süßweine, da besonders anfällig für die benötigte Edelfäule. Sauvignon Blanc für trockene Weißweine, Muscadelle ist universell einsetzbar, die Rebsorte ist empfindlich und schwer anzubauen. Nebensorten sind Merlot Blanc, Chenin Blanc, Mauzac, Ondenc, Folle Blanche, Ugni Blanc und Colombard.
Die letzten drei Rebsorten werden in der Gascogne angebaut um Armagnac zu brennen.

Im nächsten Teil sprechen wir über die Assemblage, die verschiedenen Phasen der Weinbereitung und die Informationen auf dem Etikett.

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