Internationale Küchen in Bordeaux – meine Top 4.


Die Leute fahren wegen Wein und Essen nach Bordeaux, wegen Fußball war noch keiner da. Das gastronomische Angebot für französische Küche ist umfangreich, gute Weine zu fairen Preisen gibt es überall. Umso schwerer ist es ein gutes Restaurant zu finden, das keine landestypische Küche serviert.

Die schlechte Nachricht, es gibt nicht viel, die gute Nachricht, es gibt was.  Ich habe versucht fünf zu finden, mehr als vier sind es nicht geworden.

1. Muysca
Hier gibt es klassische mexikanische und lateinamerikanische Küche. Die beiden Hausherren servieren hausgemachte Tacos, Quesadillas und Burritos mit verschiedenen Füllungen. Immer im Angebot eine vegetarische Variante, außerdem Fisch, Geflügel, Rind und Schwein. Letzteres ist die Hauptzutat für den Taco el Pastor. Saftiges Schweinefleisch mit feinen Zwiebeln, grob gehacktem Koriander und Ananasstücken. Ein Gedicht, ein Essen wie eine perfekte Symphonie, bei der ein Dirigent alles perfekt aufeinander abstimmt hat. Im Restaurant ist der Platz etwas begrenzt, auf dem Platz davor gibt es genug Tische mit landestypischen Decken.
Liegt am Ende der Rue-Sainte-Catharine, kurz vor dem Place de la Victoire.

2. El Nacional
Es geht wieder über den Atlantik, diesmal direkt nach Argentinien. Wer hier essen geht, kommt nicht wegen des Salats oder den Beilagen-Kartoffeln. Hier gibt es alles vom Rind direkt aus Argentinien und das in Top Qualität. Das Dry-Age Fleisch lagert in einem großen, beleuchteten Reifeschrank. Das Fleisch schmeckt hervorragend und die Steaks werden auf den Punkt gegrillt. Am Eingang ist eine Bar, an der gegessen werden kann, hinten im Restaurant die offene Küche mit Grill.
Das Restaurant liegt in der Rue Rode am Place du Marché Chartrons. Wer bei schönem Wetter nicht im Restaurant essen möchte, kann auf den Hochtischen davor oder auf dem Marktplatz essen.

3. Fufu Ramen
Aus dem Land der aufgehenden Sonne kommen Ramen, eine kräftige japanische Nudelsuppe. Die Einlage besteht aus, logischerweise, Nudeln, einem gekochten Ei, Bambussprossen, Soja, Algen und mariniertem Schweinebauch. Das klingt sehr reichhaltig und genau das ist es. Wieso die Leute und Uber-Delivery-Fahrer hier im Sommer in der Mittagshitze Schlange stehen, kann ich nicht beantworten. Ich bevorzuge Ramen bei kühleren Temperaturen oder wenn es regnet. Dann gibt es nicht Schöneres als an der Bar im Fufu zu sitzen, Saké zu trinken und dem bunten Treiben hinter der Bar zuzugucken.
Die „Nudel-Bar“ liegt in der Rue Saint-Remi, zwischen der Rue-Sainte-Catharine und Le miroir d´eau.

4. Pitaya
Wir bleiben in Asien, diesmal weiter südlich, es gibt Thai-Food. Die thailändische Küche ist bekannt und weit verbreitet, leider oft schlecht. In einem kleinen Laden mit unkonventioneller Einrichtung wird an winzigen Tischen authentisches Thaiessen serviert. Frisch aus dem Wok direkt in die Schale, mit guten Zutaten und frischen Kräutern. Ob in feine Streifen geschnittenes Rindfleisch, scharf gewürzte Garnelen oder Thai-Salat, geschmacklich ist das Pitaya für mich, bis jetzt, das beste thailändische Streetfood der Stadt. Wer nicht im Laden essen möchte, nimmt das Essen mit und geht an die Garonne und setzt sich auf die Wiese.
Pitaya ist eine Kette mit vier Läden in Bordeaux und über 100 in Frankreich. Gastronomie-Ketten haben den einen Vorteil, wenn ich gar nichts finde, weiß ich, dass ich hier bedenkenlos essen gehen kann. Ich gehe lieber in einer guten Kette was essen, als unnötige Risiken einzugehen.
Das Pitaya liegt schräg gegenüber vom Fufu-Ramen in der Rue Saint-Remi.

Bis zum jetzigen Zeitpunkt habe ich mich an französischer Küche nicht satt gegessen, so dass es wenige Anreize gibt andere Landesküchen auszuprobieren. Werde zu dem Thema weitere Beiträge veröffentlichen, sobald ich mehr Restaurants getestet habe. 

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